Die eCommerce Trends 2021

Ist es zu spät, im Februar 2021 noch eCommerce Trends für das Jahr zu beleuchten? Normalerweise wäre es dafür schon außergewöhnlich spät. Aber nach fast einem Jahr Corona und damit verbundenen neuen Spielregeln, kann man erstmals absehen, welche Auswirkungen die Pandemie wirklich hat. Dabei ist Corona sicher nicht immer die Ursache für Probleme, sondern wirkt als Brandbeschleuniger für Prozesse, die sich ohnehin ergeben hätten. Insbesondere durch die Studie des Bundesverbandes ‚E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V.‘ (bevh), liegen neue und fundierte Marktzahlen vor, die bestimmte Trends absehen lassen. An dieser Stelle haben wir zudem zahlreiche Experten befragt und kommen zu diesen wichtigen Trends für 2021.

Generationsübergreifendes Online Shopping

Bislang galt eCommerce immer als Einkaufskanal für die jüngeren Generationen. Der Blick auf 2020 zeigt, dass zwar alle Alterssegmente große Zuwächse bei den Online Einkäufern haben. Interessanterweise kommen die größten Zuwachsraten aus der Gruppe der über 60jährigen. 30,9% aller Online Einkäufe wurden 2020 durch diese Altersgruppe getätigt. Das entspricht einem Wachstum von 22,8% gegenüber 2019. Damit ist Online Shopping endgültig bei allen Generationen angekommen.

Kauferlebnis Online steigern

In zahlreichen Studien werden Preis und Warenverfügbarkeit immer wieder als top Entscheidungskriterien für die Auswahl eines Shops bei der Kaufentscheidung genannt. Damit machen sich Shops austauschbar, bzw. begeben sich in eine gefährliche Preisspirale. Betrachtet man die drittwichtigste Dimension, den Service, sieht man schon, dass differenzierende Merkmale eine hohe Bedeutung haben könnten. Deshalb müssen Shops als Brand an Identität gewinnen. Das geschieht natürlich über unmittelbare Services wie Rückgaberecht und Bezahlsysteme, zunehmend aber auch über Blogs, Help-Content und Inhalte mit klarem Positionsbezug. So gewinnt beispielsweise auch das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit für Käufer im Online Handel zunehmend an Bedeutung. Der Content darüber steigert das Kauferlebnis und muss dringend bereitgestellt werden. Er lässt sich aber auch durch Fremdcontent von Partnern generieren. Eine Möglichkeit dafür bieten beispielsweise auch native Artikel, die u.a. auf der Plattform der Retail Media Alliance gebucht werden können. Damit können dann gleichzeitig auch noch Erlöse erzielt und damit zwei Fliegen mit einer Klappe gefangen werden.

Produktkategorien werden breiter

Besonders große Zuwachsraten haben 2020 Medikamente und Lebensmittel verzeichnen können. Sie stellen zwar nicht die größten Segmente dar, waren aber bislang Kategorien, die deutlich stärkere Offline-Anteile hatten. Der Zuwachs bei Waren des täglichen Bedarfs betrug 2020 erstaunliche 40,9%. Aber auch Einrichtungsgegenstände verzeichneten mit 16,1% hohe Steigerungen. Barrieren für Produkte, die man bislang ‚einfach nicht online‘ gekauft hat erscheinen endgültig überwunden. Es gibt keine Produktkategorie mehr, die dem stationären Handel vorbehalten wäre. Diese Entwicklung gibt Spezialisten wie Generalisten neue Chancen.

Hybrid Commerce – stationär & online

Einige Prognosen gehen davon aus, dass es nach der Lockdown-Müdigkeit sogar zu einer Renaissance des stationären Handels kommen könnte. Gut vorstellbar, dass die schlagenden Argumente, Dinge anfassen und gleich mit nach Hause nehmen zu können, wieder an Bedeutung gewinnen. Klar ist aber auch, dass das Sterben im Flächenhandel nicht aufzuhalten ist. Innovative Zukunftskonzepte müssen her. Von Gießens ‚Click&Collect Initiative‘ bis hin zu AR Produktpräsentationen im Handel zeigt sich, welche Möglichkeiten es für eine Frischzellenkur im Einzelhandel gibt. Tina Müller, CEO von Douglas transformiert den ehemaligen Parfümerie-Riesen derzeit zu einem Online Unternehmen mit Filialen. Aber genauso zieht es Onlinehändler wie Notebooksbilliger in die Fläche. Gute Hybridkonzepte werden ihre Daseinsberechtigung haben. Nur wer nichts macht, wird verlieren.

Retail Media als zusätzliche Erlösquelle

Ein Trend der uns schon einige Jahre begleitet ist Retail Media. In diesem Jahr könnte aber der Durchbruch gelingen. Durch den Markteintritt von Unternehmen wie der Retail Media Alliance ist die Monetarisierung der Shop-Reichweite endgültig bei allen Shop-Größen angekommen. Lange Zeit galt Retail Media als Domäne von Marktplatzgiganten wie Amazon und Otto. Diese haben gleichzeitig viel Gattungsmarketing gemacht und den Weg für Retail Media vorbereitet. Doch jetzt zeigt sich, dass auch kleine und mittlere Shops Erlöse aus der Vermarktung Ihrer Reichweite erzielen können. Auf der Self Booking Plattform der Retail Media Alliance kommen Shops und ihre vertriebenen Marken einfach und komfortabel zusammen, um Retail Media Kampagnen, buchen, ausspielen, messen und abrechnen zu können.