Krisengewinner: Online-Marketing-Formate, die von der Pandemie profitieren

  • 4. August 2021

Der Beginn der Corona-Krise versetzte Unternehmen in eine Schockstarre. Niemand wusste wie lange das Virus uns begleiten und der Lockdown dauern wird. Die Reaktion: Man versuchte zu sparen wo es nur ging. Folglich wurden sämtliche Marketingaktivitäten eingefroren und erst einmal abgewartet, was weiterhin passiert. Auch heute – über ein Jahr später – lässt uns das Virus noch nicht ganz los. Die Unsicherheit ist immer noch da. Obwohl inzwischen 50 Millionen Deutsche geimpft sind und die Wocheninzidenz verhältnismäßig gering ist, bleibt die Frage, ob das Virus mit der Delta-Variante noch einmal zuschlägt, wie sich die Mutation auswirkt und ob ein weiterer Lockdown folgt.

Was sich gezeigt hat, ist, dass die Menschen weiterhin einkaufen. Allerdings hat sich das Konsumverhalten verändert: Der Shift vom Offline- zum Onlinehandel hat einen deutlichen Boost bekommen. Schließlich waren alle Geschäfte geschlossen und man hatte keine andere Wahl, als das E-Commerce-Angebot zu nutzen. Das hatte zur Folge, dass von jetzt auf gleich zahlreiche Unternehmen ins Netz strömten, die dort bisher noch nicht ihre Waren angeboten haben. Sie erkannten schnell, dass ein Webshop allein nicht genügt, um die Menschen auf ihre Seite zu locken, weshalb sie sich unterschiedlichen Online-Marketing-Maßnahmen zuwandten. Besonders nachgefragt wurden vor allem folgende Disziplinen:

Social-Media-Marketing: Die sozialen Netzwerke bieten eine gute Möglichkeit, mit der eigenen Zielgruppe in Kontakt zu treten. Allerdings entwickelt sich das organische Wachstum nur extrem langsam. Um auf sich aufmerksam zu machen, nutzen Unternehmen gerne diese Kanäle, da die Aktivitäten hier relativ leicht umsetzbar sind und man nicht gleich eine komplette Marketing-Kampagne ins Leben rufen muss. In Posts und Stories präsentieren Händler ihre Produkte und bieten den Kauf per Direct Message oder WhatsApp an. Für Brandawareness sowie zur Generierung von Neukunden sorgen auf Social Media Gewinnspiele, Rabattcodes & Co.

SEO und SEA: Im Online-Handel ist es wie beim Einkaufsbummel in der Stadt: Wenn das Geschäft sich abseits der Fußgängerzone befindet, wird es von den Einkäufern schlechter gefunden. Oberstes Ziel sollte es daher sein, den eigenen Laden in der ersten Reihe zu haben. Genauso ist es bei Google. Für die Konsumenten zählen die Ergebnisse auf der ersten Seite, daher muss man als Unternehmen schauen, wie es gelingt, das eigene Angebot dort zu positionieren. Bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO) geht es darum, die eigene Seite so aufzusetzen, dass sie den Suchkriterien von Google am besten entspricht, sodass das Webangebot bestmöglich gerankt wird. Dieser Prozess ist sehr nachhaltig, braucht aber Geduld. Schneller gelangt man auf die erste Seite durch Suchmaschinenmarketing (SEA). Man schaltet bei Google Anzeigen, die dann prominent zum Beispiel vor den eigentlichen Suchmaschinenergebnissen angezeigt werden.

Retail Media Marketing: Wer gezielt auf der Suche nach Produkten ist, steuert dafür nicht mehr zwangsläufig Google an, sondern geht gleich auf die Seite des Lieblingsshops. Webgrößen wie Otto, Zalando & Co. haben das dadurch entstehende Potenzial erkannt und bieten – wie Google – Brands die Option, auf die eigene Produktrange aufmerksam zu machen. Doch auch zahlreiche kleinere Unternehmen haben die Loyalität ihrer Kunden als gutes Verkaufsargument für Marketingaktivitäten erkannt und betreiben inzwischen Retail-Media-Marketing. Online-Shops und Marktplätze können auf diese Weise zusätzliche Umsätze generieren und als Hersteller kann man zielgerichtet Werbung betreiben.

Native Advertising: Die Pandemie hat die Menschen mehr denn je ins Netz gebracht. Das gilt nicht nur hinsichtlich des Online-Shoppings, sondern auch mit Blick auf den Medienkonsum. So konnten auch Webseiten mit redaktionellen Angeboten rasante Reichweitenzuwächse generieren, die sich wiederum positiv auf das Native Advertising ausgewirkt haben. Der Anteil der Unternehmen, die sich nun auch dieser Form der Werbung geöffnet haben, hat im letzten Jahr noch einmal deutlich zugelegt. Anzeigen werden hierbei in den redaktionellen Content eingebettet. Das Thema steht im Vordergrund und als werbendes Unternehmen profitiert man vom so genannten Publisher Trust.