Retail Media – der Beginn eines nachhaltigen Booms

Während in den USA Retail Media bereits als die am schnellsten wachsende Werbeform gefeiert wird, ist man hierzulande noch etwas zögerlich. Zwar haben Big Brands wie Zalando, Otto & Co. bereits die Chancen und Möglichkeiten, die Retail Media bietet, erkannt, doch andere E-Commerce-Betreiber halten sich noch zurück. Warum Retail Media kein Strohfeuer ist, sondern – auch hierzulande – langfristig eine immer wichtigere Rolle spielen wird, haben wir im Folgenden festgehalten.

Boom des Online-Handels setzt sich fort!

Anhand der kontinuierlich steigenden Zahlen lässt sich ablesen, wie sehr Online-Shopping an Fahrt aufgenommen hat. Der extreme Zuwachs derjenigen, die während der Pandemie im Netz einkauf(t)en, lässt sich wahrscheinlich nicht mehr übertreffen. Fest steht aber, dass auch diejenigen, die erst kürzlich Gefallen an dieser komfortablen Shoppingform gefunden haben, zukünftig dabei bleiben werden.

Werben, wo die Menschen suchen!

Hieß es anfangs, dass es im Online-Handel keine Loyalität gibt, kann davon schon lange keine Rede mehr sein. Die Online-Shopper haben ihre Lieblingsshops ausfindig gemacht und steuern sie je nach Bedarf direkt an – der Umweg über die Google-Suche entfällt. Mit Retail Media erreicht man also die Shopping-Fans direkt am Point of Sale.

Lust auf Shopping!

Versucht man auf einem Blog oder auf der Webseite eines Nachrichtenmagazins die Aufmerksamkeit auf die eigenen Produkte zu lenken, hat man es sehr viel schwerer, als wenn man dies auf einer Shopping-Plattform macht. Der Grund liegt auf der Hand: Wer eine E-Commerce-Seite ansteuert, tut dies, weil er einen bestimmten Grund dafür hat – es besteht bereits eine Kaufabsicht. In einem anderen Umfeld hat der Nutzer zig Sachen im Kopf, weshalb man nicht automatisch davon ausgehen kann, dass der User sich nun mit den aktuellsten Schuhmodellen oder Sonnenbrillen auseinandersetzen möchte. 

Umsatzsteigerung!

Von einer Umsatzsteigerung profitiert sowohl der Seitenbetreiber als auch das werbende Unternehmen. Als E-Commerce-Unternehmer hat man ohnehin stets die Customer Journey vor Augen und wertet regelmäßig die aktuellen Kennzahlen aus. Je genauer man die Aktivitäten der Shopper auswertet und je besser man ihr Einkaufsverhalten einschätzen kann, desto effizienter lässt sich die Ansprache von Neu- und Bestandskunden gestalten. Marketingmaßnahmen verschlingen ein großes Budget und verringern dadurch ihre Marge. Da ist es nur sinnvoll, mit Retail-Media-Maßnehmen die Daten zu versilbern. Sie liefern Werbungtreibenden die Basis dafür, das Kaufverhalten der Webseitenbesucher durch gezielte Anzeigenplatzierungen zu beeinflussen. Neben dem Shop-Betreiber und dem Werbenden hat auch der Webseitennutzer etwas davon. In seinem Entscheidungsprozess werden ihm Alternativprodukte angeboten. Er bekommt die Gelegenheit, auf einen Blick zu vergleichen und so unter Umständen vielleicht ein noch besseres oder aber günstigeres Produkt zu erwerben.  

Nicht nur für physische Produkte!

Bei Retail Media denken die meisten daran, dass sich auf diese Weise nur Produkte und Marken bewerben lassen, die ohnehin in dem Shop erhältlich sind. Verkauft ein Webshop zum Beispiel Sneaker, ist es naheliegend, dass Marken wie Adidas oder Nike ihre Produkte auf der Plattform bewerben. Man sollte diese Werbedisziplin etwas weiter fassen, denn auch für Branding Aktivitäten oder auch Produktbewerbung, die über die angebotene Bandbreite hinausgeht, lässt sich Retail Media Marketing nutzen.

Bei der Zielgruppe eines Online-Shops für Sneakers kann man davon ausgehen, dass sie einen legeren Lifestyle pflegt. So besuchen sie vielleicht in den Sommermonaten gerne Festivals. Neben Sneaker-Herstellern könnte es also auch für Festival- oder Reiseveranstalter sinnvoll sein, die Menschen beim Kauf neuer Sportschuhe anzusprechen. Vielleicht wählen sie diese ja gerade mit dem Hintergedanken, top gestylt (nach Corona) aufs nächste Festival zu gehen oder aber mit bequemen Schuhen die avisierte Urlaubsdestination zu erkunden. Während der Pandemie, als viele Unternehmen ihre Werbebudgets heruntergefahren haben, hat Retail Media Marketing einen Wachstumsschub erlebt. Die Werbetreibenden haben erkannt, wie einfach sich auf diese Weise Streuverluste reduzieren lassen und haben ihre Marketingbudgets hierher verlagert. Auch in den nächsten Wochen und Monaten ist davon auszugehen, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzen wird.